Marcell Jansen (2008-15)


 

 Marcell Jansen

(*1985 / HSV 2008-2015)

 

Der unbändige Einsatz auf dem Spielfeld als auch für den Verein nach seiner aktiven Zeit zeigen Jansens tiefe Verbundenheit mit dem Verein und der Stadt, so dass er sich 2015 nicht einfach einem anderen Verein anschließen wollte, sondern lieber heute noch mit 'den Jungs' in der Landesliga die Raute auf der Brust trägt.



Marcell Jansen (17.05.1979)

"Cello" ist ein echter Mönchengladbacher Jung. Er begann beim SV Lürrip 1910 (der sich später in SV Mönchengladbach 1910 umbenannte), wo sein Vater Trainer war und spielte dann von 1993 bis 2007 für die Borussia. 2002 wurde er erstmals bei den Amateuren in der Oberliga Nordrhein eingesetzt (14 Spiele,4 Tore). In der Winterpause der Saison 2004/2005 kam er in den Profikader, erkämpfte sich rasch einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite und wurde Nationalspieler. Er galt als herausragendes Talent auf der linken Abwehrseite. Zweikampfstark, mit großem Spielverständnis und taktischer Disziplin. In der Nationalelf hat er alle Jugendmannschaften durchlaufen. War auch bei der WM 2006 im eigenen Land dabei, wurde allerdings nur beim Spiel um Platz 3 gegen Portugal eingesetzt.

 

Im Sommer 2007 folgte er nach 73 Einsätzen für die Borussia (und 5 Toren) in der BL und 3 Einsätzen im Pokal dem Lockruf von Bayern München, konnte da seine große Klasse jedoch nie richtig zur Geltung bringen, wurde nur sporadisch eingesetzt. Auch bei der Euro 2008 blieb er blass, wurde aber Vize-Europameister. Hatte in München und in der Nationalelf immer Philipp Lahm als Konkurrenten. Kam in München nur auf 17 Einsätze und je 3 Spiele im DFB- und Ligapokal. Wurde aber 2008 Double-Sieger mit der Mannschaft und gewann 2007 den Ligapokal gegen Schalke. Im UEFA-Cup, wo er 10 mal mitwirkte, war im Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg Schluss.

 

Trotzdem überraschte es viele, als er am Ende der Transferperiode im August 2008 für 9 Millionen Euro von der Isar an die Alster wechselte. Aber der HSV beobachtete den "Außenverteidiger moderner Prägung" der in Zweikämpfen bärenstark war und einen gewaltigen Offensivdrang hatte, schon lange. Dietmar Beiersdorfer schwärmte: "Er ist auf der linken Seite vielseitig einsetzbar und wir erwarten uns durch ihn eine Belebung unseres Flügelspiels ." Das erste halbe Jahr verlief dann sehr enttäuschend, er war sehr häufig verletzt und hatte Eingewöhnungsprobleme. Er spielte dann im linken Mittelfeld und fand hier langsam zu alter Klasse zurück und wurde von Spiel zu Spiel stärker. Das bewiesen auch seine beiden Tore am 21. Spieltag in Leverkusen, sein erster Doppelpack. Doch immer wieder warfen ihn Verletzungen wie Innenbanddehnung oder Kapseleinriss im Knie oder eine schwere Mandelentzündung zurück. Erst als festgestellt wurde, dass eine Lebensmittelallergie Ursache für die vielen Blessuren ist, ging es aufwärts.

 

Er wurde von Spiel zu Spiel stärker, war meistens bester Mann und war auch wieder ein Kandidat für die WM 2010. Zeigte jetzt seine wirkliche Klasse: bärenstarke und saubere Zweikämpfe, reifes Spielverständnis, absolute taktische Disziplin und einen gehörigen Offensivdrang. Sein Lebensmotto lautete: ";Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen”. Nach einer im März im Training unglücklich zugezogenen Verletzung (Syndesmoseband-Riß) konnte er den Rest der Saison nicht mehr spielen. Höhepunkte waren die jeweiligen Halbfinals im UEFA-Cup 2009 (gegen Bremen), in der Europa League 2010 (gegen Fulham) und im DFB-Pokal 2009 (auch gegen Bremen).
Kämpfte sich durch unwahrscheinlichen Trainingsfleiß in den DFB-Kader für die WM 2010. Wurde dort im dritten Spiel gegen Ghana eingewechselt und war ein Garant für den schließlich erreichten dritten Platz. Wurde dann aber nur noch sporadisch von Joachim Löw berücksichtigt. Insgesamt 45facher Nationalspieler (drei Tore). Für die deutsche U21 trug er 4 mal das Trikot (1 Tor).

 

Mehrere Erkrankungen (u.a. Viruserkrankung, Zehenbruch) waren auch schuld, dass Marcell in der Hinrunde 2010/2011 nur 9 Spiele bestreiten konnte, sich immer wieder an die Mannschaft herankämpfen musste. Ging in der Sommerpause 2011 zum Krafttraining nach Amerika. Doch auch in der neuen Saison konnte er anfangs nur selten überzeugen, verlor seinen Stammplatz. Erst als Thorsten Fink als Trainer engagiert wurde, fand er langsam zu seiner alten Klasse zurück. Nach dem Umbruch im Sommer 2012 war er als Führungsspieler noch wichtiger für die junge Mannschaft. Konnte aber auch in den folgenden Jahren verletzungsbedingt selten glänzen. Er war aber in den beiden nervenaufreibenden Relegationsspielen 2014 gegen Greuther 'Fürth dabei. Unter anderem, weil er "Großverdiener" war, wurde schon im März bekannt gegeben, seinen Vertrag im Sommer 2015 nicht zu verlängern.

 

Für viele erstaunlich, beendete er daraufhin mit 29 Jahren seine Karriere, obwohl er etliche gute Angebote hatte. Er drückte seine Liebe zum HSV so aus: "Ich werde weiter in Hamburg leben und diesen Verein immer lieben. Jetzt irgendein neuer Klub? Nein! Ich will keinen Verein und keine Fans anlügen oder ihnen etwas vormachen, wenn ich nicht mehr voll dahinterstehe. Ich kann jetzt nicht plötzlich ein anderes Wappen küssen";. Er blieb dem HSV weiter erhalten, wenn auch in anderer Funktion. Er hatte sich schon immer für den "Hamburger Weg" intensiv unterstützt . Nach dessen Umstrukturierung sollte er das "neue Gesicht" des Projekts werden.

 

Nach der erneuten "Machtübernahme" des HSV durch Bernd Hoffmann wurde Marcell im Februar 2018 als einziger ehemaliger Sportler in den Aufsichtsrat gewählt. Kurz zuvor im Januar wurde er als Zugang des HSV III vorgestellt. Er wollte helfen, den Abstieg aus der Oberliga Hamburg zu verhindern, was jedoch nicht gelang. 4 Kurzeinsätze mit 106 Minuten. Blieb auch in der Landesliga der "Dritten" treu.

  

BL-Saison Sp To
2008/2009
2009/2010
2010/2011
2011/2012
2012/2013
2013/2014
2014-Rel
2014/2015
25
18
16
29
28
21
2
15
3
6
2
35
1
1
0
2
Europa Sp To
2008/2009-ue
2009/2010-el
11
8
1
3
DFB-Pokal Sp To
2008/2009
2009/2010
2010/2011
2011/2012
2012/2013
2013/2014
2014/2015
4
1
1
2
1
4
1
0
0
0
0
0
0
0

Quelle: www.hsvfan-oberpfalz.de